Englisch nach Maß

Dienstag, 25. Oktober 2016

"Trick or Treat" …

ist der Spruch den Kinder rufen wenn sie an Halloween auf süße Beute hoffen.  Er bedeutet, dass die Kinder gerne eine Leckerei (Treat) hätten und impliziert die Drohung auf einen Streich (Trick) falls der "Treat" nicht geliefert wird.

Das "von-Tür-zu-Tür-gehen" ist in uralter Brauch im UK, ebenso das Verkleiden als etwas "Gruseliges", jedoch hat das moderne Halloween wenig mit seinen Ursprüngen gemeinsam.

Am Anfang von Halloween stand das heidnisch keltische Fest "Samhain", das von der christlichen Kirche im 6. Jh. in das christliche Fest "All-hallows-even" umgewandelt wurde. "All-hallows" bedeutet "Allerheiligen", "even" der Abend.  Das ursprüngliche Wort bedeutete also "der Abend vor Allerheiligen".  Aus "All-hallows-even wurde im Laufe der Zeit "Hallow Eve", später dann "Hallowe’en" und schließlich das moderne "Halloween".

Früher war Halloween ein viel einfacheres Fest, das meist im häuslichen Umfeld gefeiert wurde.  Spiele wie "bobbing for apples", Rübenschnitzen (die Kürbisse sind ein Import aus den USA) und das Erzählen von Gruselgeschichten war bei Kindern und Jugendlichen beliebt.

"Bobbing for apples" ist ein beliebtes Spiel, bei dem Äpfel in einen Bottich voller Wasser geworfen werden.  Die Spieler müssen dann die Äpfel mit den Zähnen herausfischen.  Ein nasser Spaß, der sogar von Agatha Christie in ihrem Roman "Hallowe'en Party" verewigt wurde.  Im Roman wird ein jugendlicher Partygast namens Joyce tot im Äpfel Bottich aufgefunden.  Der Ursprung des Spiels ist, laut einer Theorie, nicht weniger grausam als der fiktive Mord an der neugierigen Joyce.

Niemand weiß die genauen Anfänge des Spiels, eine Erklärung jedoch passt sehr gut in das gruselige Bild von Halloween, das Bild von Hexen, Geistern und Dämonen.

"Bobbing for apples" basiert angeblich auf einen grausamen Brauch der Teil der Schuldfindung bei Hexenprozessen war.  Bei diesem Verfahren wurden der Hexerei Beschuldigte, das waren meistens Frauen, gefesselt und in einen Teich oder ein anderes stilles Gewässer geworfen.  Der Hintergrund dieser Prozedur  war der Glaube, dass schuldige Hexen nicht ertrinken, sondern an der Wasseroberfläche bleiben würden. 

Wenn also eine beschuldigte Hexe sofort unterging und ertrank, dann war ihre Unschuld erwiesen.  Sie war zwar tot, aber sie war unschuldig. 

Wenn aber eine Beschuldigte nicht schnell unterging, dann wurde sie verbrannt.  Es kam leider sehr häufig vor, dass sich die Frauen relativ lange auf der Wasseroberfläche hielten.  Der Grund dafür war die Luft, die in der voluminösen Kleidung, insbesondere den vielen Röcken und Unterröcken, gefangen war.  Ob schuldig oder nicht, tot war sie letztendlich in jedem Fall.

Ein grausames Verfahren, an das angeblich durch die Äpfel die auf dem Wasser im Bottich schwimmen erinnert wird.




Quellen:  bbc.co, timeanddate.com

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