Englisch nach Maß

Dienstag, 8. März 2016

Shakespearesche Idiomatik -Teil 2: Das Eis brechen und Erkältungen einfangen

"How are you"?  "Not so good, I think I'm catching a cold".  Alltagssprache, gebräuchliche Floskel – und Shakespeare ist schuld.  

Ausgerechnet in "Cymbeline", einem beinahe unbekannten Stück, kommt diese wichtige Redewendung vor. 

"We will have these things set down by lawful counsel, and straight away for Britain, lest the bargain should catch cold and starve ... "

"Wir wollen diesen Vertrag gerichtlich festsetzen. Dann fort nach Britannien, dass diese Unternehmung sich nicht erkälte und absterbe."

Diese Phrase bewirkte die Schlussfolgerung, dass "Erkältung" eine Krankheit verursachen könnte.  Seitdem ist dieser Gedanken fest in der englischen Sprache verankert.

Interessant: Auch im Deutschen "fängt man sich etwas ein" – hier werkelt der Barde ebenfalls.

Im Deutschen wie im Englischen geläufig:  "To break the ice" / "das Eis brechen".  Bedeutung:  Eine Unterhaltung anfangen.  "Sich warm reden". 
Small Talk (ein Anglizismus, übrigens) wird oft angewendet um "das Eis zu brechen".   Eine wichtige, oft unterschätzte Kompetenz ist die Fähigkeit, interessanten Small Talk führen zu können. 

Oft wird behauptet, dass Small Talk eine leere Oberflächlichkeit sei.  Ein riesiger Irrtum! Small Talk ist ein notwendiges Schmiermittel für soziale Kontakte.  Ohne den Menschen geht nämlich nichts.  Und den Menschen muss man erstmal erreichen.  Ihn kennenlernen. Türen öffnen. Das "Eis brechen".   

Denn genau die Kompetenz, das "Eis zu brechen" ist in vielen Fällen absolut essentiell um zum Wesentlichen zu gelangen.  Schuld ist Shakespeare!

 "And if you break the ice, and do this feat, 
Achieve the elder, set the younger free ... " (Act 1, Scene 2, "The Taming of the Shrew").

Im nächsten Blog:  Verrückte Herzen am Ärmel

Quelle:  Business Insider

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