Englisch nach Maß

Mittwoch, 2. September 2015

Unternehmenskultur – Teil 3: Führung als Beziehung

Unternehmen wünschen sich engagierte Mitarbeiter.  Menschen, die sich dem Unternehmen zugehörig fühlen, die motiviert und loyal hinter der Firma stehen. 

Laut einer Studie von Dale Carnegie Training bleibt dies bei 75% der Mitarbeiter nur ein frommer Wunsch seitens der Unternehmen.  Warum ist das so?  Wie kommt es, das nur 25% von Mitarbeitern wirklich engagiert im Job sind.  Warum sind die restlichen 75% lediglich Mitläufer?

Laut der Studie ist die Antwort klar:  Schlechte Führung!

Einer der wichtigsten Gründe für Begeisterung im Job ist eine gute, positive Beziehung zum direkten Vorgesetzten.  Wieder einmal zeigt sich, wie riesig der Einfluss von Führungskräften auf die Leistung der Mitarbeiter ist.  Interessant ist, dass weder Zuckerbrot noch Peitsche eindeutig und alleine zu guten Ergebnissen führen.  Vielmehr scheint das Geheimnis in guten zwischenmenschlichen Beziehungen zu liegen.

Wichtig ist in jedem Fall Authentizität.  Wenn sich ein Vorgesetzter eine Maske überzieht um Mitarbeitern etwas vorzugaukeln, dann wird das nicht klappen.  Jede Führungskraft muss letztendlich ihren eigenen, individuellen Führungs- und Beziehungsstil entwickeln.  Der Stil muss authentisch sein, er muss zu der eigenen Persönlichkeit, dem eigenen Charakter passen.  

Führungskräfte sollten:

Keinen Wein trinken, wenn sie Wasser predigen

Mitarbeiter haben ein gutes Gespür dafür, wenn ein Vorgesetzter "falsch" oder "link" ist.  Führungskräfte sind immer im Blickfeld ihrer Mitarbeiter, sie werden grundsätzlich beobachtet.  Daher ist die eigene Handlungsweise sehr wichtig.  Vorgesetzte sollten wirklich mit gutem Beispiel vorangehen, ein Vorbild sein.  Die Vorbildfunktion ist einer der wichtigsten Aspekte einer guten Führungskraft.  Mitarbeiter müssen den Vorgesetzten respektieren können, sonst kann dieser niemals führen.

Nicht nur Reden – auch Zuhören

Gute Manager reden mit ihren Mitarbeitern.  Regelmäßig.  Sie haben ein offenes Ohr und hören den Mitarbeitern zu.  Wichtig dabei ist, dass Taten dann folgen.  Bei Problemen muss, wo immer möglich, zeitnahe Abhilfe geschaffen werden.  Wenn dies nicht möglich ist, dann sollten die Gründe dafür klar und offen kommuniziert werden.  Wenn Mitarbeiter merken, dass sie gehört werden, dass ihre Anliegen ernst genommen werden – das fördert Vertrauen und Engagement.

Mehr Süßes als Saures

Feedback ist wichtig.  Er ist ein Teil guter, gelungener Kommunikation.  Feedback kann positiv, aber auch negativ sein, wichtig ist das WIE.  Grundsätzlich sollte Positives überwiegen, eine gute Führungskraft sucht – und findet – regelmäßig Möglichkeiten um Mitarbeiter zu loben, Ihnen Bestätigung zu geben.  Fähige Menschen machen viel mehr richtig als falsch, wenn ein Manager genau hinschaut wird er viel Lobenswertes entdecken.  Wenn negativer Feedback, auch als Kritik bekannt, notwendig ist, dann ist es besonders wichtig diesen nicht strafend oder entwertend zu kommunizieren.  Am besten funktioniert dies indem man den negativen Feedback mit Positivem "ummantelt" – das "Smartie" Prinzip.  Dadurch wird die bittere Pille wesentlich schmackhafter für den Mitarbeiter und führt nicht zur De- sondern zur Motivation.

Fähigkeiten erkennen und fördern

Gute Vorgesetzte sind gleichzeitig Mentoren.  Sie fordern nicht nur, sie fördern auch.  Verantwortung geben, Freiräume schaffen, Entscheidungsfreiheit einräumen – das sind Dinge die Mitarbeiter regelrecht beflügeln.  Mentoren unterstützen wenn notwendig, stützen wenn erforderlich, lassen Fehler zu damit Mitarbeiter daraus lernen können.  Sie sind keine Kontrollfreaks oder Manager bis ins letzte Detail.

Workaholics sind schlechte Vorbilder

Diese Aussage mutet für viele Führungskräfte sicher schockierend an.  Aber, wenn man genauer hinschaut, dann wird schnell klar, dass kein Mensch immer und ununterbrochen Leistung bringen kann.  Die Gesundheitsstatistiken spiegeln dies aussagekräftig wieder.  Waren es 2004 noch 4,6 Burnout bedingte Krankheitstage pro 1000 Versicherte, ist diese Zahl bis 2013 auf 77,6 Krankheitstage gestiegen!

Wenn der Vorgesetzte im Urlaub durcharbeitet, bis spät abends noch im Büro sitzt und am Wochenende Emails verschickt, dann steigt der Druck auf dessen Mitarbeiter es ihm gleich zu tun.  Das senkt die Produktivität und fördert stressbedingte Erkrankungen.  Verlierer sind nicht nur Unternehmen und deren Mitarbeiter, die gesamte Volkswirtschaft leidet unter dieser Entwicklung.

Arbeit und Freizeit sollten in Balance sein, in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.  Mitarbeiter werden glücklicher, produktiver und engagierter werden. Wenn dies der Fall ist, dann profitieren alle Beteiligten. 

Effektive Führungskräfte gehen hier mit gutem Beispiel voran.
   



Quellen:   Dale Carnegie Training, Bernard Marr, Statista, DAK

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen