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Mittwoch, 9. September 2015

"Ground Zero"

Bis zum 11. September 2001 bedeutete der Begriff "Ground Zero" lediglich "Explosionszentrum", in militärischer Fachsprache heißt er "Bodennullpunkt".    Ursprünglich angewendet wurde er für das Manhattan Project, dem Abwurf der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki.  Er wurde benutzt um das Zentrum des nuklearen Bombenschadens zu definieren.  Später wurde er dann auch eingesetzt um geografische Zentren von Naturkatastrophen aufzuzeigen, wie zum Beispiel das Epizentrum eines Erdbebens oder um einen zentralen Punkt oder ein Zentralgebiet bei anderen Katastrophen oder Epidemien begrifflich zu machen.

Seit dem 11. September 2001 bedeutet "Ground Zero" für die meisten US-Amerikaner nur die Stelle an dem das World Trade Center in New York einst stand.  Nach wie vor ist der Begriff synonym mit dem Trauma einer Nation.  "9/11" wird häufig als "defining moment", als Schlüsselerlebnis, einer ganzen Generation beschrieben.  Alleine schon der Begriff "9/11" (nine eleven) übermittelt eine Botschaft der Unsicherheit, der Bedrohung, die viele US-Amerikaner bis heute empfinden.

"9/11" führte zu Einschränkungen der Menschenrechte die bis daher unvorstellbar waren.  "The Land of the Free" wurde für viele Menschen Sinnbild für Unterdrückung, Überwachung, Brutalität.  Die Bürger kämpfen gegen vorher unbekannte Unsicherheiten.  Auch heute noch.  Diese Unsicherheiten, diese gefühlte Bedrohung, die resultierende Suche nach Sicherheit, nach Geborgenheit, haben grundlegende Veränderungen in der Psyche der US-Amerikaner hervorgerufen.  Sie haben Einfluss auf das tägliche Leben, auch auf Marketing und Werbung, genommen.  Ihre Spuren sind überall zu finden. 


Es wird lange dauern, bestimmt mehrere Generationen, um das Trauma zu verarbeiten.  Die langfristigen Auswirkungen werden die USA nach wie vor steuern und beeinflussen.  

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