Englisch nach Maß

Dienstag, 5. Mai 2015

Happy Mother's Day

"Ich liebe meine Mutter" oder kommerzieller Rummel?  Die Haltung zum Muttertag in Deutschland ist gespalten.  Programmierte Liebe, sozusagen "auf Kommando", zu Gunsten von Blumenhändlern?  Oder, ein besonderer Tag der die Verdienste von Müttern würdigt?

Die Meinungen zum Muttertag sind so verschieden wie die Geschenkideen. Pralinen, Parfums und floristengestylte Blumenarrangements konkurrieren mit Selbstgebasteltem, Wildblumensträußen und selbst gemalten Karten. 

Ob Muttertag, Fête des mères, Moederdag, Día de las madres oder Festa della Mamma – Kinder fiebern dem Tag entgegen und Mütter freuen sich meist über deren kleinen und großen Zeichen der Zuneigung.  Besonders bei den ganz Kleinen sind die Liebesbotschaften wunderschön und unverfälscht, auch wenn es an einem "programmierten" Tag geschieht.  Ja, der Tag ist vorgegeben.  Genau wie der Valentinstag.  Aber, sind nicht auch Geburtstage oder Hochzeitstage genauso "vorgegeben".  Ist etwas grundsätzlich "schlecht", nur weil irgendjemand irgendwann einmal einen Tag dafür festgelegt hat?  Sicher ist es nicht wünschenswert, Zuneigung, Geschenke oder Liebesbekundungen nur, im Sinne von ausschließlich, an den jeweils dafür "vorgesehenen" Tagen zu schenken.  Aber, an "dem" Tag, plus an vielen weiteren Tagen, das kann doch nicht falsch sein?!?

Denn, die Gründerin des Muttertages wollte keinen Kommerz  Sie hatte einfach den Wunsch, alle Mütter für deren enorme Leistung zu ehren.

Es werden ja viele "Importbräuche" den USA zugeschrieben, beim Valentinstag oder bei Halloween stimmt das übrigens nicht, beide stammen aus Großbritannien, aber beim Muttertag ist es tatsächlich so.  Der Muttertag, so wie er heute verstanden wird, entstand zwischen 1905 und 1911 in den USA. 

Er hatte Vorläufer, wie z.B. der Mothering Sunday in Großbritannien, aber die jetzt übliche Form erhielt der Tag durch die Bemühungen der US Amerikanerin Anna Jarvis.  Deren Mutter, Anna Marie Reeves Jarvis, wünschte sich zeitlebens einen Tag an dem Mütter für ihre Leistungen geehrt würden.  Nach dem Tod ihrer Mutter in 1905 machte sich Anna Jarvis die Erfüllung dieses Wunsches zum Lebenswerk.  Durch aktive Lobbyarbeit erreichte Anna Jarvis, dass bereits 1911 der Tag in den USA flächendeckend gefeiert wurde, am 8. Mai 1914 kam der offizielle Regierungsbeschluss, der den zweiten Sonntag im Mai als Muttertag in den USA designierte.

Ursprünglich war natürlich alles einfacher und schlichter.  Kinder bastelten kleine Geschenke, pflückten Blumensträuße oder backten einen Kuchen.  Dies war ganz im Sinne von Anna Jarvis.  Sie wünschte sich lange Briefe an die Mutter, keine vorgefertigten Karten.  Oder Besuche bei der Mutter. Zwischenmenschliche Wertschätzung, ohne irgendetwas Geschäftliches.

Aber, sehr schnell jedoch entdeckten Unternehmer und Geschäftsleute das enorme kommerzielle Potential des Tages.  Schnell war von der ursprünglichen Vision eines durch innige Zweisamkeit zwischen Mutter und Kind(ern) geprägten Tages wenig übrig geblieben. 

Wer den Kommerz rund um den Muttertag wenig schätzt ist übrigens nicht alleine.  Diese kommerzielle Seite des von ihr ins Leben gerufenen Festtages entsetzte Anna Jarvis so sehr, dass sie den Rest ihres Lebens damit verbrachte, dagegen zu kämpfen.  


Im nächsten Blog:  Wie lange dauert es?  Bis ich Englisch (oder eine andere Fremdsprache) richtig kann …

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