Englisch nach Maß

Dienstag, 10. Februar 2015

Happy Valentine's Day

Für mich soll's rote Rosen regnen…

Obwohl der Ursprung dieses Tages der Liebe umstritten ist, schreibt man ihn generell St. Valentine zu.  Angeblich war St. Valentine ein römischer Märtyrer, der für seinen christlichen Glauben hingerichtet wurde.  Dieser lengendenumwobene Märtyrertod erfolgte, laut Überlieferung, am 14. Februar 269 A.D. 

Der Grund für St. Valentines Hinrichtung war sein Gesetzesbruch.  Der römische Kaiser Claudius II hatte nämlich ein Gesetz erlassen, dass das Heiraten von jungen Menschen untersagte. "Jung" bedeutete hier im armeetauglichen Alter. Angeblich wollte der Kaiser dadurch enge, emotionale Bindungen verhindern um seine Soldaten kampfbereiter zu machen.  Es sollte keine Ehen geben, sondern nur lockere, polygame Bindungen.  Kinder ja, Ehe nein, Liebe schon gar nicht. Polygamie war – und ist - jedoch gegen den christlichen Glauben.  Daher agierte Valentinus (so hieß er nämlich) gegen das Gesetz indem er nicht nur die christliche, monogame Ehe förderte, er ging noch einen Schritt weiter, er vollzog heimliche Trauungen.  Er wurde verraten, verhaftet, eingekerkert und zum Tode verurteilt.  Die grausame Hinrichtung erfolgte in drei Phasen:  Prügel, Steinigung, Enthauptung.

Diese Geschichte an sich ist alles andere als romantisch, aber, durch sein Engagement für die Liebe (und die Ehe), wurde Valentinus zu St. Valentine, dem Schutzheiligen der Liebenden.  Sein Todestag, der 14. Februar, wurde zum Tag der Liebe.

Wie bei vielen Bräuchen war auch das "Drumherum" ursprünglich einfacher, ohne Kommerz und Rummel.  Es wurden Gedichte und einfache Geschenke, hauptsächlich Blumen und selbstgebastelte Karten, unter Freunden und Liebenden ausgetauscht.  Besonders reizvoll war, dass ein "Valentine" (so nennt sich eine Karte oder ein Geschenk anlässlich des Valentinstages) meistens anonym geschenkt wurde.  Ein Briefchen auf der Schulbank, ein heimlich hinterlassenes Geschenk, eine durch einen Boten überbrachte, selbstgebastelte, Karte…

Der Sprung vom Selbstgebasteltem zum Kommerz ist Miss Esther Howland zu verdanken.  Die US-Amerikanerin gilt als die Erfinderin der kommerziellen Valentinskarte. 1847 war eine englische, selbstgebastelte, Valentine's Day card die Vorlage ihrer gewerblichen Variante.  Ein Verkaufsschlager war geboren!

Obwohl der Tag mittlerweile doch sehr kommerziell geprägt ist, handelt es sich hier dennoch um einen gewachsenen Brauch in angelsächsischen Ländern.  Er wird nicht als "Geldmacherei" gesehen, sondern als Tag der Romantik, als Tag der Liebe(sbeweise).

Selbstverständlich machen Karten, Blumen, Pralinen und andere Geschenkartikel den Tag zum Highlight für den Einzelhandel.   Schätzungen zufolge werden jährlich ca. 180 Millionen Valentinskarten verschenkt und 196 Millionen Rosen nur für den Valentinstag produziert.

Valentine's Day ist nicht nur Liebe und Romantik, er hat auch seine Schattenseiten.  53% von US-Amerikanerinnen geben an, dass sie ihre Beziehung beenden würden wenn sie nichts zum Valentinstag bekämen.  Das Statussymbol "Blumen am Valentine's Day" ist so wichtig, dass 14% aller US-Amerikanerinnen sich selbst Blumen an ihren Arbeitsplatz schicken um nicht ungeliebt zu erscheinen.

Ist Valentine's Day nur Kommerz und Gewinn für den Einzelhandel?  Auch wenn es sehr danach aussieht ist die Antwort dennoch "Nein"!  Der Kern des Tages dreht sich immer noch um Liebe.  Um zwischenmenschliche Zuneigung.  Auch wenn viel Geschäft mit im Spiel ist, sollte dieser Kern nicht vergessen werden.  Es ist schön, sich die Zeit zu nehmen an diesem Tag an die Liebsten zu denken und ihnen dies zu zeigen.  Das muss auch nicht mit einem teuren Geschenk sein.  Auch im Jahr 2015 haben originelle Ideen einen hohen Stellenwert.

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